Glücklicherweise wird durch die Slow-Fashion-Bewegung wieder Wert auf nachhaltige, handgearbeitete Kleidung gelegt. Auch die Handstickerei legte ihr altmodisches Image ab und wird wieder praktiziert.
Ich habe zahlreiche handbestickte Ziertücher in Second-Hand-Kaufhäusern, Hausräumungen oder auf Flohmärkten gefunden, die einstmals mit reichlich Muse und Handwerkskunst von fleißigen Frauen gearbeitet wurden. Diese antike Fadenkunst verarbeite ich in vielen Nähprojekten und so entstehen nützliche Gebrauchsgegenstände, individuelle Kleidungsstücke und einzigartige Wohnassessors.
Ich möchte diesen Schätzen der Fadenkunst, an denen so manche Frau lange gearbeitet hat, ein neues Leben schenken.
Besonders gerne mag ich Abdecktücher für Einkaufskörbe, die ich als solche verwende. Meistens sind sie mit Wünschen wie „Guten Einkauf“ versehen, manchmal sind jedoch auch mahnende Worte aufgestickt, die zum sparsamen Kauf auffordern.
Je nach Erhaltungszustand ergänze ich die Korbtücher mit einer passenden Auskleidung für den Korb oder arbeite es zu einer Einkaufstasche oder sogar zu einer Isolier-Einkaufstasche um.
Sorgsam bestickte Wäschetücher durften einstmals in keinem Haushalt fehlen. Diese deckten die frische Wäsche im Korb ab bis sie gebügelt, gefaltet und im Schrank verstaut wurden. Ich verwende Wäschetücher gerne mit passenden Stoffen, um die Weidenkörbe auszukleiden.
Ein Abdecktuch für Bügelwäsche habe ich zu einem neuen Bezug für mein Bügelbrett verarbeitet.
Die ordentliche Aufbewahrung von Brot hatte einen hohen Stellenwert. Brotbeutel aus Leinen waren mit Stickereien wie „Frisches Brot“, „Brötchen“ oder „Unser tägliches Brot“ versehen. Durch die häufige Verwendung haben die Beutel oftmals deutliche Gebrauchsspuren. Für die Weiterverwendung zur Aufwertung einer Einkaufstasche sind die Stickereien immer noch sehr dekorativ. Vor allem zum Trocknen von Knödelbrot sind die Beutel praktisch und schön.
Sehr hilfreich zum Transportieren unverpackter Backwaren sind Einkaufstaschen, eine Nähanleitung findet ihr hier.
Mustertücher sind ganz persönliche Werke aus den Händen junger Frauen. Sie spiegeln nicht nur den individuellen Geschmack und das künstlerische und handwerkliche Können der Stickerin wieder, sondern lassen auch erkennen wann und wo sie gefertigt wurden. Mustertücher wurden stets in der Familie weitergegeben, um traditionelle Motive und Stickmuster für die Nachkommen zu wahren.
Gerahmt sind die dekorativen Tücher ein wundervoller Wandschmuck. Sie können zum Beispiel auch als Kissenbezug umgearbeitet werden.






Inés Hermann, 1961 auf der Schwäbischen Alb geboren und der Heimat treu geblieben, Ehefrau, Mutter von 5 Söhnen, Großmutter von 4 Enkelkindern, Modeverweigerin,