Der Riesenmammutbaum ist eigentlich in Kalifornien beheimatet. Tatsächlich jedoch wachsen hier in den Wäldern eine beträchtliche Anzahl Mammutbäume. Dies geht auf eine kuriose Geschichte zurück, nach der König Wilhelm I. von Württemberg eine missverständliche Bestellung von Mammutbaum-Samen aufgegeben haben soll. Der König bestellte wohl in den USA ein Lot Samen, das von den Amerikanern mit „a lot“ übersetzt wurde und entsprechend viel die Menge aus. Statt dem Lot (etwa 15 Gramm) wurde ein Pfund, also ungefähr 500 Gramm der Samen geliefert. Aus den rund 100.000 Samen zog der Hofgärtner 1864 im Kalthaus der Wilhelma zwischen 5000 und 8000 kräftige Pflanzen. Die Setzlinge wurden an Forstdirektionen des ganzen Königreichs verteilt und in den Wäldern gepflanzt.
Einige Exemplare wurden in der Wilhelma selbst eingepflanzt. Manche auch verkauft, denn Mammutbäume waren als exotische Raritäten in den Gärten herrschaftlicher Residenzen begehrt.
Leider erfroren im kalten Winter 1879/80 viele der noch jungen Bäume bei Temperaturen von bis zu minus 36° Celsius.
Nach nunmehr über 160 Jahren sind noch rund 200 Exemplare der legendären Mammutbäume bekannt.
Zu Beginn des Jahres besuche ich die Mammutbäume rund um Lorch, Schwäbisch Gmünd und Heubach und sammle dort die Zweige auf, die während der Herbst- und Winterstürme herabgefallen sind. Es genügen schon ein paar kleine Zweige, um einen wirkungsvollen Ölauszug herzustellen.
Der erdige Duft erinnert an einen warmen Regentag im Wald, unbeschreiblich balsamisch und sanft harzig.
Der Ölauszug wird sanft antiseptisch und leicht schmerzlindernd. Er kann pur als Massageöl oder als Basiszutat für diesen Balsam verwendet werden:
Für den Balsam werden folgende Zutaten benötigt:
15 g Mammutbaum-Ölauszug auf Olivenölbasis
10 g Kakaobutter
6 g Sheabutter
15 g Mammuthbaum-Hydrolat oder Wirkstoffwasser
1 / 2 Teelöffel Honig
Zubereitung
Die Zweigspitzen des Mammutbaums zerkleinern und destillieren oder in der Espressokanne ein Wirkstoffwasser herstellen.
Nach dieser Anleitung einen Ölauszug herstellen. Hierfür die frischen Zweigspitzen des Mammutbaums zerkleinert, in ein Schraubglas gegeben und mit Olivenöl übergossen.
Die Kakaobutter im Ölauszug schmelzen, vom Herd nehmen und Sheabutter einrühren.
Das Hydrolat oder Wirkstoffwasser sanft erwärmen und unter Rühren den Honig darin auflösen.
Die warme Wassermischung langsam in die warme Fettmischung unter Rühren einfließen lassen. Die beiden Phasen müssen gleich warm, dürfen aber nicht heiß sein.
So lange rühren bis der Balsam abgekühlt und stabil ist.
Der Balsam ist so lange haltbar wie die verwendeten Zutaten.

Inés Hermann, 1961 auf der Schwäbischen Alb geboren und der Heimat treu geblieben, Ehefrau, Mutter von 5 Söhnen, Großmutter von 4 Enkelkindern, Modeverweigerin,