Ab den 1920er Jahren wurde in beinahe jedem deutschen Haushalt mit ATA Scheuermittel geputzt. Ein effizientes Putzmittel, das nur aus Sand und Soda bestand. Mehr brauchte es nicht, um die Hausarbeit zu erleichtern. Die beiden Zutaten waren im perfekten Verhältnis fertig gemischt. Zudem war die Produktqualität so fein, dass die Oberflächen poliert, aber nicht beschädigt wurden.
Die hier abgebildete Falt-Pappschachtel wurde ab 1956 von der praktischen Streudose abgelöst.
Die Wirkungsweise des Scheuerpulvers ist simpel. Es wird auf ein feuchtes Tuch aufgetragen, das alkalische Soda löst das Fett und der Sand wirkt als Putzkörper physisch auf den Schmutz ein.
Während moderne Scheuermilch statt Sand synthetische Polymere, also Mikroplastik enthält, war in ATA feinstes Marmormehl.
Das kompakte Scheuermittel kam ohne überflüssige Verpackung aus, während die modernen, bunten Plastikflaschen sind zur Hälfte mit Wasser gefüllt sind.
Klassisches Scheuermittel hat sich seit über 100 Jahren bewährt, ist ungiftig, verpackungsarm und umweltfreundlich.
Da es das „gute, alte ATA“ nicht mehr gibt, mache ich mir selbst mit nur wenigen Handgriffen ein tolles Scheuermittel. Damit reinige ich die Badkeramik, das Spülbecken und vor allem die Cerankochfläche.
Für dieses Rezept werden diese beiden Zutaten benötigt:
- 8 Teile Marmormehl, das Gebinde ist groß, aber unschlagbar preiswert, superfein und ewig haltbar
- 2 Teile Natriumcarbonat, also Waschsoda aus dem Drogeriemarkt
Zubereitung und Verwendung
Die beiden Pulver mische ich in einen alten Zuckerstreuer.
Etwas Pulver auf ein feuchtes Tuch oder einen feuchten Schwamm streuen.
Die zu reinigende Oberfläche damit gründlich abreiben.
Das Tuch ausspülen und die Reste des Pulvers von der Oberfläche nehmen.
Mit einem trockenen, weichen Tuch nachpolieren, dann entsteht glänzende Sauberkeit.

Inés Hermann, 1961 auf der Schwäbischen Alb geboren und der Heimat treu geblieben, Ehefrau, Mutter von 5 Söhnen, Großmutter von 4 Enkelkindern, Modeverweigerin,